SPD Weichs präsentiert "Der Herr Karl" gelesen von Herbert Müller

09.03.2018, 20:00 Uhr | Sport- und Bürgerhaus Weichs, Fränkinger Str. 14, 85258 Weichs

Aus der neuen Reihe Zeitreisen des Hoftheaters Bergkirchen.

Der Herr Karl ist ein knapp einstündiger – zwischen Theaterstück und Kabarett angesiedelter – Monolog, der 1961 von Helmut Qualtinger und Carl Merz geschrieben wurde.

Das "Raunzen", einmal liebenswürdig und selbstzufrieden, dann wieder hintergründig und ein wenig bösartig, gehört seit Jahrhunderten zu den Eigenschaften Wiener Bühnenfiguren. Was Johann Nestroy im 19. Jahrhundert vormachte, haben Autoren und Theaterleute im 20. Jahrhundert aktualisiert. So steht der "Herr Karl" von Helmut Qualtinger ganz in der Nähe des "Josef Bieder" von Otto Schenk. Dieser räsoniert über das Theater, jener über die Zeitenläufe im allgemeinen. So ist es eigentlich nur logisch, dass Herbert Müller, der vor einigen Jahren im Hoftheater Bergkirchen den "Josef Bieder" spielte, nun hier mit einer Lesung des "Herrn Karl" auftritt;.

Dieser "Herr Karl" ist ein zumeist unwirscher Geschäftsdiener in einem Delikatessenladen, in dem es nur Dosen gibt. Ihm ist nichts recht und er hält sich aus allem heraus. In Qualtingers Solostück erzählt er seine Lebensgeschichte, die Geschichte eines opportunistischen Mitläufers, der sich im wechselhaften Gang der österreichischen Geschichte vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zu den 1950er Jahren durchs Leben manövriert hat. Das Heraushalten ist sein Markenzeichen, das ihn unter anderem auch zu einem der vielen Mitläufer Hitlers gemacht hat und ihn nicht daran hindert, in den 50-er Jahren den neuen Besatzungsmächten "dienlich zu sein". Der hintergründige Humor des Stückes machte den "Herrn Karl" nach seiner Uraufführung 1961 auf einen Schlag berühmt.

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